Warum Tierwohl zählt und warum wir Kuh-Colostrum nutzen
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Kuh, Kalb, Colostrum: woher es kommt und warum das Kalb zuerst dran ist
Eine Frage kommt fast immer, sobald Menschen zum ersten Mal von Colostrum hören: Wenn das die allererste Milch für das Kalb ist, nimmt man sie dem Kalb dann weg? Berechtigte Frage. Und sie verdient eine ehrliche Antwort, keine schöngefärbte.
Fangen wir beim Kalb an, denn ohne das versteht man den Rest nicht.

Warum ein Kalb Colostrum zwingend braucht
Ein Kalb kommt fast ohne eigene Abwehr auf die Welt. Das liegt an der Bauform der Rinder-Plazenta: Anders als beim Menschen gelangen die Antikörper der Mutter im Mutterleib nicht ins Kalb. Es wird also schutzlos geboren, mitten hinein in eine Umgebung voller Keime.
Der einzige Weg an die Antikörper der Mutter ist das Colostrum. Die Erstmilch steckt voller Immunglobuline, dazu Wachstumsfaktoren, Vitamine und viel Energie. Das Kalb trinkt sie, nimmt die Antikörper über den Darm ins Blut auf und hat damit einen Schutz für die ersten Lebenswochen, den sein eigenes Immunsystem noch gar nicht liefern kann. Fachleute nennen das passive Immunität.
Die Mengen sind gut untersucht: drei bis vier Liter in den ersten Lebensstunden, je früher, desto besser.
Das goldene Fenster
Der Haken ist die Zeit. Der Darm des Kalbs lässt die großen Antikörper-Moleküle nur ganz am Anfang unbeschädigt ins Blut durch. In den ersten Stunden steht dieses Fenster weit offen, nach etwa sechs Stunden schließt es sich spürbar, nach rund einem Tag ist es zu. Was das Kalb in dieser Zeit verpasst, holt es später nicht mehr nach.
Deshalb hat die Versorgung des Kalbs in einem gut geführten Betrieb oberste Priorität.

Nicht nur das Kalb: jedes Säugetier fängt mit der Erstmilch an
Colostrum ist kein reines Kuh-Thema. Jedes Säugetier bildet nach der Geburt zuerst diese konzentrierte Erstmilch, und für jedes Neugeborene ist sie der erste Baustein, bevor nach ein paar Tagen die reife Milch kommt. Beim Menschen ist das nicht anders: Auch die erste Muttermilch nach der Geburt ist Colostrum, dickflüssiger, gelblicher, reich an Immunglobulinen.
Der Unterschied liegt darin, wie viel Schutz das Baby schon mitbringt. Ein Kalb bekommt im Mutterleib nichts von der Abwehr seiner Mutter mit. Für das Kalb ist das Colostrum deshalb der einzige Weg und auf die Stunde genau überlebenswichtig. Ein Menschenbaby bekommt seine ersten Antikörper dagegen schon während der Schwangerschaft über die Plazenta und kommt mit einem Grundschutz zur Welt. Die Erstmilch kommt hier oben drauf und wirkt vor allem lokal im Darm.
Dasselbe Prinzip überall, nur mit anderer Dringlichkeit: beim Kalb ein Muss in den ersten Stunden, beim Menschen eine wichtige Ergänzung.

Und woher kommt dann das Colostrum für den Menschen?
Eine Kuh gibt mehr Erstmilch, als ein einzelnes Kalb trinken kann. Seriöse Gewinnung setzt genau dort an: Das Kalb bekommt zuerst, was es braucht, genutzt wird der Überschuss. Kuh-Colostrum ist als Lebensmittel zugelassen und wird seit Langem so verwendet. Der entscheidende Punkt ist nicht, ob Colostrum verwendet wird, sondern dass das Kalb dabei nicht leer ausgeht.
Und das ist auch die Stelle, an der man als Käufer ruhig nachhaken darf. Woher stammt das Colostrum? Wird das Kalb zuerst versorgt? Wie wird es gewonnen, wie verarbeitet? Wer darauf keine klare Antwort gibt, hat sie sich womöglich nie gestellt.

Warum Haltung und Weide eine Rolle spielen
Was am Ende im Colostrum steckt, hängt an der Kuh: an ihrer Gesundheit, ihrem Futter, ihrer Haltung. Eine Kuh, die sich bewegen kann, Weidezugang hat und gut versorgt ist, ist die bessere Grundlage als eine, bei der das nicht stimmt.
Tierwohl ist hier kein Marketing-Anhängsel. Ja, eine gesunde, gut gehaltene Kuh liefert das bessere Colostrum. Aber ehrlich gesagt ist uns ein Tier, das es gut hat, auch dann wichtig, wenn man das der Kapsel am Ende gar nicht ansieht. Kuh und Kalb zuerst, dann das Produkt, nicht umgekehrt.

Warum Kuh-Colostrum für den Menschen überhaupt passt
Kuh-Colostrum und menschliches Colostrum besteht aus denselben Bausteinen: Immunglobuline, Lactoferrin, Wachstumsfaktoren, dazu Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren. Die Anteile unterscheiden sich, Kuh-Colostrum enthält zum Beispiel besonders viel vom Antikörper-Typ IgG, die Kategorien sind aber dieselben. Es ist dieselbe Art Startpaket, nur von einer anderen Art zusammengestellt.
Auch teilen sich Rinder und Menschen zu ~ 80% die selben Gene, weshalb wir Menschen das Kuh-Colostrum sehr gut verwerten können.
Kurz zusammengefasst
Ein Kalb wird ohne eigene Abwehr geboren und ist auf das Colostrum seiner Mutter angewiesen, zeitkritisch, in den ersten Stunden. Deshalb gehört die Versorgung des Kalbs an die erste Stelle. Für den Menschen genutzt wird der Überschuss. Kuh-Colostrum ist dem menschlichen in seinen Bausteinen sehr ähnlich, als Lebensmittel lange erprobt und für die meisten gut verträglich. Wer ehrlich darüber redet, muss dabei nichts beschönigen, auch nicht, dass es aus der Milchwirtschaft kommt.